Frauen aus Bangladesch

Datum
Datum: 
09.06.2010 - 30.06.2010
Eröffnung Uhrzeit: 
00:00
Ort: 

Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum

Kathrina Rudolph zeigt in der Ausstellungsreihe im 1. Stock der Lothringer 13
von 8.-27. Juni 2010 große Aquarelle, Kreidegrundarbeiten und Hinterglasradierungen in Blattgold aus ihren Arbeitsaufenthalten in Bangladesch 2006, 2007 und 2009.

Die Bilder zeigen Portraits von Frauen und hinterfragen die westliche Sicht auf das Leben in Bangladesch, einem der ärmsten Länder der Welt.
Auf subtile Weise erzählen die ruhigen, sehr zeitaufwändig gearbeiteten Bilder vom Wesen einer Gesellschaft, zu der der Zugang uns normalerweise weitgehend verschlossen bleibt.

Begleitprogramm:

„Women of Bangladesh - Films by Syeda Neegar Banu“
Filmscreening & Gespräch mit der Filmemacherin Syeda Neegar Banu (Bangladesh)
Dienstag, 22.06.2010, 19:00–22.00 Uhr

Die Filme beleuchten die Lebenswirklichkeit von Frauen aus unterschiedlichen Schichten dieses Landes aus der Perspektive einer Filmemacherin aus Bangladesh.

Frauen aus Bangladesch
Das Projekt: Februar 2006, April – Mai 2007, Okt. – Dez. 2009

2006 reiste ich zum ersten Mal nach Bangladesch, als ich meinen Sohn besuchte, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in Bangladesch absolvierte.
Ich war sehr beeindruckt von der Lebensweise und dem Auftreten dieser Frauen.
Sie leben in überaus einfachen Verhältnissen, in Lehm- oder Wellblechhütten ohne fließendes Wasser und Elektrizität, in großer Armut.
Ihre Ausstrahlung ist jedoch alles andere als gedrückt. Sie haben eine sehr aufrechte Haltung, gemessene sanfte Bewegungen, ihr Verhalten ist ruhig und freundlich, sie lachen viel, sie legen viel Wert auf ihr gepflegtes Äußeres. Sie tragen Saris aus Baumwollstoffen mit einer Vielfalt von Mustern in leuchtenden Farben. Ich erlebte an ihnen eine Würde im Auftreten, die ich von den Frauen aus meinem eigenen Land nicht kannte.

So kam ich im Jahr 2007 wieder mit dem Vorhaben, Interviews von den Frauen dort zu machen, ich wollte ihre Lebensweise und ihre Einstellung zum Leben näher kennenlernen, ich wollte Fotos machen und eine Portraitserie auf dieser Basis erarbeiten.
Möglich war dies durch die Hilfe einer Künstlerin, die mir ihre Hilfe als Dolmetscherin anbot, indem sie mich begleitete und für mich die Interviews führte und übersetzte.
Sie öffnete mir viele Türen, indem sie schnell das Vertrauen der Frauen erwarb, die dann sehr bereitwillig und offen über ihr Leben sprachen.
Zum Teil waren es sehr arme Frauen, die keine Schule besucht hatten und außer ihrem Geburtsort nur den Ort kannten, in dem sie seit ihrer Verheiratung bei ihrer Schwiegerfamilie lebten.
Zum anderen Teil gehörten sie zu einer Mittelschicht, die durch das Netz der vielen Nichtregierungsorganisationen, die überall in Bangladesch verteilt sind, auch die Möglichkeit von Arbeitsstellen als Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen oder Büroangestellten haben und so Aufstiegsmöglichkeiten erfahren.
Der dritte Teil waren Angehörige der oberen Mittelschicht, die in Dhaka leben und sich eine selbständige künstlerische oder akademische Karriere erarbeitet haben.
Insgesamt erhielt ich so einen sehr erweiterten und differenzierten Eindruck über die Lebensweise der Frauen, ihre Situation und wie sie sich selbst und ihr Leben sehen. Ich bin sehr dankbar, dass sie so vorbehaltlos auf meine Fragen geantwortet haben und mich an ihren Vorstellungen und Lebensansichten teilhaben ließen.

Bei meinem dritten Aufenthalt 2009 war ich von einer unabhängigen bangladeschischen Künstlerorganisation, Britto Arts Trust, als Artist in Residence eingeladen.

Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 1
Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 2
Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 3
Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 4
Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 5
Lothringer 13, Städtische Kunsthalle der Stadt München, Projektraum 6
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